Lackschaden

Lackschäden

Lackschäden am Fahrzeug sind nicht nur ein optisches Problem. Kratzer, Dellen, Lackabplatzungen und Beschädigungen an der Oberfläche können den Fahrzeugwert mindern und bei unbehandelten Schäden zu weiteren Problemen führen. Insbesondere wenn die Lackschicht bis zur Grundierung oder zum Metall durchdrungen ist, besteht das Risiko von Korrosion und einer zunehmenden Ausbreitung des Schadens.

Als unabhängiger Kfz-Gutachter begutachte und bewerte ich Lackschäden an Pkw aller Marken und Fahrzeugtypen. Ich dokumentiere den Schaden detailliert, prüfe seine Ursache und beurteile, welche Reparaturmaßnahme technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Fachgerechte Schadenaufnahme

Bei der Begutachtung wird der betroffene Fahrzeugbereich sorgfältig untersucht. Dabei geht es nicht ausschließlich darum, die sichtbare Beschädigung zu fotografieren. Entscheidend ist vielmehr, den tatsächlichen Umfang des Schadens festzustellen und mögliche Folgeschäden zu erkennen.

Untersucht werden unter anderem:

  • Tiefe und Ausdehnung der Kratzer.
  • Beschädigung von Klarlack, Basislack und Grundierung.
  • Freiliegende Metall- oder Kunststoffflächen.
  • Lackabplatzungen und Abblätterungen.
  • Dellen und Verformungen unterhalb der Lackoberfläche.
  • Risse, Brüche und Verformungen an Kunststoffbauteilen.
  • Farbunterschiede und Hinweise auf frühere Lackierungen.
  • Rostansätze und Korrosionsspuren.
  • Beschädigungen an angrenzenden Bauteilen.
  • Übergänge und mögliche Lackiergrenzen.
  • Ursache und Plausibilität des Schadenbildes.

Durch eine strukturierte Schadenaufnahme kann zwischen einem rein oberflächlichen Kratzer, einem reparaturbedürftigen Lackschaden und einer weitergehenden Beschädigung der Karosserie unterschieden werden.

Bewertung von Kratzern

Kratzer können in unterschiedlichen Tiefen auftreten und entsprechend verschiedene Reparaturmaßnahmen erfordern. Oberflächliche Beschädigungen betreffen häufig nur den Klarlack. Tiefere Kratzer können dagegen bis zum Farblack, zur Grundierung oder bis zum blanken Metall reichen.

Bei der Bewertung wird unter anderem geprüft:

  • Ob der Kratzer durch Polieren beseitigt werden kann.
  • Ob eine Smart- beziehungsweise Spot-Repair-Reparatur möglich ist.
  • Ob eine Teil- oder Komplettlackierung erforderlich ist.
  • Ob angrenzende Bauteile einbezogen werden müssen.
  • Ob die Lackoberfläche strukturell oder nur optisch beschädigt ist.
  • Ob bereits Korrosion eingesetzt hat.
  • Ob der Schaden mit einem bestimmten Ereignis in Zusammenhang steht.

Ein Kratzer, der auf den ersten Blick geringfügig erscheint, kann bei genauer Betrachtung eine deutlich tiefere Beschädigung aufweisen. Deshalb wird nicht allein die sichtbare Breite oder Länge bewertet, sondern auch die Eindringtiefe und die betroffene Materialschicht.

Bewertung von Dellen

Dellen entstehen häufig durch Parkrempler, Hagel, herabfallende Gegenstände oder Anstöße. Ob eine Delle ohne Lackierung beseitigt werden kann, hängt unter anderem von ihrer Größe, Tiefe, Lage und Form ab.

Bei der Begutachtung wird geprüft:

  • Größe und Tiefe der Delle.
  • Position auf dem jeweiligen Karosseriebauteil.
  • Zugänglichkeit der beschädigten Stelle.
  • Zustand des Lackes.
  • Vorhandensein von Lackrissen oder Lackabplatzungen.
  • Beschädigung von Sicken, Kanten oder Verstärkungen.
  • Möglichkeit einer lackschadenfreien Ausbeultechnik.
  • Erforderlichkeit einer konventionellen Instandsetzung.
  • Mögliche Beschädigung dahinterliegender Bauteile.

Eine lackschadenfreie Ausbeultechnik kann bei geeigneten Schäden eine sinnvolle Reparaturmöglichkeit darstellen. Ist der Lack jedoch gerissen, abgeplatzt oder stark gedehnt, kann eine Lackierung oder der Austausch des Bauteils erforderlich werden.

Lackabplatzungen und Durchrostung

Lackabplatzungen können durch einen Unfall, Steinschlag, unsachgemäße Vorarbeiten, Alterung oder eine nicht fachgerechte Reparatur entstehen. Besonders kritisch sind Schäden, bei denen die schützende Lack- und Grundierungsschicht vollständig entfernt wurde.

Ich prüfe deshalb, ob:

  • Die Grundierung noch vorhanden ist.
  • Metallflächen freiliegen.
  • Rost oder Korrosion erkennbar ist.
  • Der Lack unterwandert oder lose ist.
  • Eine frühere Reparatur als Ursache infrage kommt.
  • Der Schaden lokal begrenzt oder bereits fortgeschritten ist.
  • Eine fachgerechte Untergrundbehandlung erforderlich ist.

Eine reine Überlackierung reicht bei vorhandener Korrosion in der Regel nicht aus. Der Untergrund muss zunächst fachgerecht vorbereitet und von Korrosionsrückständen befreit werden. Die erforderlichen Arbeitsschritte werden im Gutachten entsprechend berücksichtigt.

Ursachenfeststellung

Die Ursache eines Lackschadens kann wichtige Auswirkungen auf die Bewertung und die weitere Schadenabwicklung haben. Anhand der Form, Lage und Ausprägung der Beschädigung können häufig Rückschlüsse auf den möglichen Entstehungsmechanismus gezogen werden.

Mögliche Ursachen sind beispielsweise:

  • Kontakt mit einem anderen Fahrzeug.
  • Park- oder Rangierschaden.
  • Anstoß an eine Säule, Mauer oder Begrenzung.
  • Steinschlag.
  • Vandalismus.
  • Hagel oder Unwetter.
  • Herabfallende Gegenstände.
  • Unsachgemäße Reinigung oder Pflege.
  • Fehlerhafte Vor- oder Nachlackierung.
  • Alterungs- oder Haftungsprobleme des Lackaufbaus.

Die Schadenursache wird sachlich und nachvollziehbar beschrieben. Dabei wird zwischen festgestellten Tatsachen und technischen Einschätzungen unterschieden.

Prüfung auf Vorschäden

Vorhandene Vorschäden können die Bewertung eines aktuellen Lackschadens beeinflussen. Daher wird der betroffene Bereich auch daraufhin geprüft, ob bereits frühere Beschädigungen oder Reparaturen erkennbar sind.

Hinweise auf Vorschäden können beispielsweise sein:

  • Farbabweichungen.
  • Unterschiedliche Lackstrukturen.
  • Unregelmäßige Lackkanten.
  • Einschlüsse oder Staubeinschlüsse.
  • Schleifspuren.
  • Lacknebel an angrenzenden Bauteilen.
  • Unterschiedliche Spaltmaße.
  • Unebenheiten oder sichtbare Reparaturstellen.
  • Abweichende Glanzgrade.
  • Nachträglich aufgebrachte Beschichtungen.

Eine klare Abgrenzung ist wichtig, damit nur der tatsächlich relevante Schaden berücksichtigt wird. Gleichzeitig wird dokumentiert, wenn ein neuer Schaden mit einem vorhandenen Schaden zusammentrifft oder eine gemeinsame Reparatur erforderlich macht.

Ermittlung der Reparaturmethode

Nicht jeder Lackschaden muss auf dieselbe Weise repariert werden. Die geeignete Reparaturmethode hängt vom konkreten Schadenbild, vom Bauteil, vom Lackaufbau und vom gewünschten Qualitätsstandard ab.

Mögliche Reparaturverfahren sind:

  • Polieren bei oberflächlichen Kratzern.
  • Smart Repair oder Spot Repair.
  • Lackschadenfreie Ausbeultechnik.
  • Teilinstandsetzung und Teillackierung.
  • Lackierung des gesamten Bauteils.
  • Beilackierung angrenzender Bauteile.
  • Kunststoffreparatur und anschließende Lackierung.
  • Erneuerung eines beschädigten Bauteils.
  • Korrosionsbehandlung und anschließender Lackaufbau.

Bei der Bewertung wird berücksichtigt, welche Reparatur fachlich geeignet ist, um den ursprünglichen Zustand möglichst vollständig wiederherzustellen. Eine kostengünstige Reparatur ist nicht automatisch ausreichend, wenn sie zu sichtbaren Farbunterschieden, einer unzureichenden Korrosionsvorsorge oder einer eingeschränkten Haltbarkeit führen würde.

Lackierung und Farbanpassung

Moderne Fahrzeuglackierungen bestehen häufig aus mehreren Schichten und können je nach Lichteinfall, Betrachtungswinkel und Pflegezustand unterschiedlich wirken. Besonders bei Metallic-, Perleffekt- und Mehrschichtlackierungen kann eine exakte Farbanpassung anspruchsvoll sein.

Bei der Bewertung werden daher auch folgende Aspekte berücksichtigt:

  • Lackart und Lackaufbau.
  • Farbton und Farbcode.
  • Metallic- oder Perleffekt.
  • Alterungsbedingte Farbveränderungen.
  • Zustand der angrenzenden Lackflächen.
  • Notwendigkeit einer Beilackierung.
  • Erforderliche Vorbereitungs- und Finisharbeiten.
  • Mögliche sichtbare Übergänge nach der Reparatur.

Wenn eine reine Teillackierung voraussichtlich zu einem erkennbaren Farbunterschied führen würde, kann die Lackierung angrenzender Bauteile technisch erforderlich sein. Dieser Aufwand wird in der Reparaturkostenkalkulation nachvollziehbar berücksichtigt.

Fotodokumentation

Eine ausführliche Fotodokumentation ist ein wesentlicher Bestandteil der Lackschadenbegutachtung. Sie zeigt den Schaden in seiner Gesamtheit und ermöglicht eine genaue Zuordnung der einzelnen Beschädigungen.

Dokumentiert werden unter anderem:

  • Gesamtansicht des Fahrzeugs.
  • Lage des beschädigten Bauteils.
  • Übersichtsaufnahme des Lackschadens.
  • Detailaufnahmen von Kratzern und Lackabplatzungen.
  • Dellen und Verformungen.
  • Freiliegende Grundierung oder Metallflächen.
  • Korrosionsstellen.
  • Farb- und Strukturabweichungen.
  • Angrenzende Bauteile.
  • Vorhandene Vorschäden.
  • Besondere Auffälligkeiten am Lackaufbau.

Die Bilder ergänzen die schriftliche Beschreibung und machen den Umfang der Beschädigung auch für Dritte nachvollziehbar.

Wertminderung durch Lackschäden

Nicht jeder Lackschaden führt automatisch zu einer dauerhaften Wertminderung. Entscheidend ist, ob der Schaden fachgerecht und ohne verbleibende Auffälligkeiten repariert werden kann.

Eine wertrelevante Beeinträchtigung kann insbesondere entstehen bei:

  • Größeren oder mehreren lackierten Bauteilen.
  • Sichtbaren Farb- oder Strukturabweichungen.
  • Nicht fachgerecht ausgeführten Reparaturen.
  • Wiederkehrenden Lackabplatzungen.
  • Korrosion oder Durchrostung.
  • Schäden an Fahrzeugen mit besonders hochwertigem Originallack.
  • Fahrzeugen mit geringer Laufleistung oder besonderer Historie.
  • Nicht vollständig dokumentierten Reparaturlackierungen.

Im Rahmen der Fahrzeugbewertung oder eines Schadengutachtens wird geprüft, ob und in welchem Umfang der Lackschaden den Fahrzeugwert beeinflusst.

Lackschäden bei Leasingfahrzeugen

Bei Leasingfahrzeugen können Lackschäden bei der Rückgabe zu Nachforderungen führen. Eine unabhängige Begutachtung hilft dabei, den Zustand des Fahrzeugs vor der Rückgabe objektiv zu dokumentieren.

Dabei kann geprüft werden:

  • Ob es sich um normale Gebrauchsspuren handelt.
  • Ob ein Schaden über die übliche Nutzung hinausgeht.
  • Ob eine Reparatur vor der Rückgabe sinnvoll ist.
  • Welche Reparaturmethode fachlich angemessen wäre.
  • Ob Beschädigungen an mehreren Bauteilen vorliegen.
  • Ob Felgen, Kunststoffteile oder Anbauteile betroffen sind.

Eine frühzeitige Bewertung schafft Transparenz und ermöglicht es Ihnen, mögliche Maßnahmen rechtzeitig zu planen.

Ihre Vorteile

Mit einer professionellen Begutachtung von Lackschäden erhalten Sie:

Termin zur Begutachtung

Jetzt Gutachten anfragen

Sie hatten einen Unfall oder benötigen eine Fahrzeugbewertung? Füllen Sie einfach das folgende Formular aus. Wir melden uns schnellstmöglich bei Ihnen.

Gutachten anfragen

Telefon: +49 176 59341783
E-Mail: Info@tiptopkfz24.de 
Südthüringen und Umgebung